lLuma Names.

Das geheime Gesellschaftsleben der Babynamen

Sechs offizielle Listen, ein überbuchtes A und ein Noah, der offenbar einen ausgezeichneten Reisepass besitzt.

Two babies in lab coats proudly presenting their very serious baby-name research.

Irgendwann hört die Namensnotiz im Handy auf, eine Shortlist zu sein, und sieht eher aus wie die Gästeliste einer kleinen, ziemlich geschmackvollen Hochzeit.

Da stehen die verlässlichen Namen, die wunderschön-aber-kann-Opa-das-aussprechen-Namen und jener Name, den man am Dienstag liebte und am Donnerstag unerklärlich nicht mehr erträgt. Ganz unten wartet ein Außenseiter, den der Partner jedes Mal wieder einfügt, wenn man ihn löscht.

Also öffneten wir die amtlichen Namenslisten aus sechs Ländern und fingen an zu zählen. Nicht weil eine Tabelle Eltern die Entscheidung abnehmen soll, sondern weil wir neugierig wurden. Die Wahl wurde nicht einfacher. Unser Abend immerhin unterhaltsamer.

Noah kennt die Flughafenlounge

Unter den Namen mit höchstens vier Buchstaben ist Noah der einzige, der in allen sechs Top 50 steht: USA, England und Wales, Schweden, Norwegen, Dänemark und Frankreich. Das macht ihn nicht automatisch zum „beliebtesten Namen der Welt“. Aber Noah kann seine kleine Reisetasche offenbar fast überall abstellen und sich zu Hause fühlen.

Liam, Ella, Luna, Leo, Adam und Theo schaffen fünf von sechs Listen. Wer weit reisen will, sollte anscheinend leicht packen.

Die kleinen Namen mit den großen Pässen ansehen.

Das nordische Familientreffen war kurz

„Nordische Namen“ klingt nach einem perfekt abgestimmten Stil. Die echten Listen sind weniger einig. Schweden, Norwegen und Dänemark teilen in ihren Top 5 genau eine Schreibweise: Noah. Olivia verbindet Schweden und Norwegen, Emma Norwegen und Dänemark. Oskar und Oscar erscheinen in fast gleichen Jacken, bestehen aber auf getrennten Plätzen.

Das ist beruhigend. Gemeinsamer Geschmack braucht keine Einstimmigkeit.

Beim nordischen Familientreffen zuhören.

Dänemark rückte ein paar Stühle

2024 wechselten die Spitzenplätze. Dann räuspert sich der Rest der Tabelle: 17 von 20 Namen waren schon im Vorjahr in den Top 10. Der typische Name bewegte sich nur um einen Platz. August stieg sechs Ränge, Alfred fiel fünf, der Rest blieb bemerkenswert dänisch gelassen.

Dänemarks sehr höfliches Drama ansehen.

Der Buchstabe A hat den Gruppenchat übernommen

Von 600 Plätzen beginnen 89 Namen mit A. L folgt mit 74, E mit 70. Doch in den USA führt E, in Norwegen S, und Schweden kann sich zwischen A und L nicht entscheiden.

Die Pointe lautet nicht „Nehmt einen A-Namen“. Eine Liste mit Ava, Alma, Alice, August und Arthur kann nur ähnlicher klingen, als man zunächst bemerkt. Manchmal hat man die ganze Familie aus demselben Alphabetregal besetzt.

Sehen, welche Buchstaben den meisten Platz brauchen.

Und dann will A nicht nach Hause

Genau 150 von 300 Mädchenplätzen enden auf A. Bei den Jungen sind es acht. Alle 31 O-Endungen und alle 21 M-Endungen stehen in dieser Auswahl auf Jungenlisten.

Das ist ein Schreibmuster, kein Naturgesetz und keine Regel darüber, wer welchen Namen tragen darf. Wenn die eigene Liste aber bereits wie ein sanfter Chor aus -a, -a, -a klingt, ist man in bester Gesellschaft.

Die Endungen kennenlernen, die immer wiederkommen.

Charlie und Camille arbeiten doppelt

Beim Übereinanderlegen der Mädchen- und Jungen-Top-100 tauchen nur Charlie und Camille in demselben Land auf beiden Seiten auf. Beide in Frankreich. Camille ist fast gleich verteilt, Charlie steht auf der Mädchenliste höher.

Amtliche Kategorien entscheiden selbstverständlich weder über Identität noch darüber, wer einen Namen verwenden darf. Das echte Leben ist zum Glück weniger ordentlich als eine Tabelle.

Charlie und Camille bei der Doppelschicht ansehen.

Und was macht man nun damit?

  • Schreibt die Initialen der Familie nebeneinander.
  • Lest die ganze Shortlist laut und hört auf Wiederholungen.
  • Prüft die genaue Schreibweise in den Ländern, die für eure Familie wichtig sind.
  • Wenn jemand „beliebt“ sagt, fragt: wo und in welchem Jahr?

Listen können den Moment nicht messen, in dem ein Name keine Möglichkeit mehr ist, sondern plötzlich wie jemand klingt, auf den man wartet.

Diesen Teil schafft keine Tabelle. Zum Glück.