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Der Kühlschranktest: sieben Tage mit einem Namen leben

Eine angenehm einfache Methode, um herauszufinden, ob ein Name in die Familie gehört oder nur auf einer Liste gut aussah.

Der Kühlschranktest: sieben Tage mit einem Namen leben

Manche Namen wirken aufgeschrieben richtig, fühlen sich im gesprochenen Alltag aber anders an. Dieser Unterschied ist eine nützliche Information.

Bei der Namenswahl ist ein seltsamer Sprung nötig: Ein gewöhnliches Wort soll bald jahrzehntelang zu einem echten Menschen gehören. Noch mehr Listen helfen bei diesem Teil selten. Mit dem Namen zu leben schon.

Hier kommt der Kühlschranktest ins Spiel.

Drei Namen eine Woche lang sichtbar lassen

Wählt höchstens drei Namen. Schreibt sie auf ein Blatt und hängt es dorthin, wo ihr ohne Absicht vorbeikommt: an den Kühlschrank, den Flurspiegel oder neben die Kaffeemaschine.

Lasst das Blatt sieben Tage hängen. Erstellt keine Rangliste und fügt während der Woche keine weiteren Namen hinzu. Achtet einfach darauf, wie sich jeder Name im Alltag anfühlt.

Am Montag wirken vielleicht alle drei vielversprechend. Am Donnerstag fühlt sich einer weiterhin natürlich an, während ein anderer nicht mehr richtig passt.

Den Namen in alltäglichen Sätzen ausprobieren

Große, gefühlvolle Sätze lassen fast jeden Namen eindrucksvoll klingen. Der nützliche Test ist Dienstagmorgen.

Benutzt den Namen in Sätzen, die eine Familie wirklich sagt:

  • „Haben wir Sams Mütze eingepackt?“
  • „Iris hat um drei einen Zahnarzttermin.“
  • „Kannst du Leos Becher in die Spülmaschine stellen?“
  • „Das ist Nora, unsere neue Projektleiterin.“

Der letzte Satz ist wichtig. Ihr benennt ein Baby, doch das Baby plant, erwachsen zu werden und eine Meinung zu Besprechungseinladungen zu haben.

Sagt auch den vollständigen Namen: Vorname, gegebenenfalls zweiter Vorname, Nachname. Achtet darauf, wo die Zunge stolpert. Ein kleines Stolpern ist kein Urteil, besonders zwischen verschiedenen Sprachen. Vor der Geburtsanzeige darf man es trotzdem bemerken.

Auf die eigene spontane Reaktion achten

Im Laufe der Woche macht vielleicht jemand einen harmlosen Scherz über einen Namen. Beobachtet, was dann passiert.

Wenn der erste Impuls lautet „nein, hör doch, er passt wirklich zu uns“, sagt das etwas. Wenn ihr vor allem erleichtert seid, dass endlich jemand das Störende ausgesprochen hat, sagt auch das etwas.

Kein Name ist frei von allen schwierigen Verbindungen, unglücklichen Initialen, bekannten Namensvettern oder ungünstigen Reimen. Entscheidend ist, welche Einwände für euch wirklich wichtig sind.

Nicht jeden Abend Punkte vergeben

Der Kühlschranktest funktioniert, weil er leise ist. Eine tägliche Auswertung mit Punktetafel verfehlt den Sinn ein wenig.

Gebt einander Raum, die Meinung zu ändern, ohne ein Schlussplädoyer zu halten. Ein Name kann wachsen. Er kann auch schrumpfen. Beides ist erlaubt.

Nach sieben Tagen beantwortet jeder für sich zwei Fragen:

  • Welchen Namen würde ich am traurigsten streichen?
  • Welchen Namen behalte ich hauptsächlich, weil ich ihn früher mochte?

Die erste Frage findet oft die Zuneigung. Die zweite findet die Höflichkeit.

Wenn kein Name die Woche übersteht

Auch das ist ein nützliches Ergebnis. Ihr wisst nun, dass keiner der drei Namen schon zur Auswahl bereit ist.

Beginnt mit zwei oder drei neuen Namen, wechselt aber die Richtung, statt fast gleiche Ersatznamen zu suchen. War die erste Liste voller weicher Vokalenden, probiert klarere Konsonanten. War alles sehr modern, schaut in die Familie oder in eine ältere Namensliste. Wurde jeder Name wegen seiner Bedeutung gewählt, nehmt einen dazu, den ihr einfach gern aussprecht.

Der Test wählt den Namen nicht für euch. Er zeigt nur, wie sich die Namen im Alltag anfühlen.

Nach einer Woche im Alltag kann sich ein Name immer noch jedes Mal natürlich anfühlen, wenn ihr ihn seht und aussprecht.

Das ist ein ziemlich gutes Zeichen.